Tacheles e.V. - immer wieder deutliche Worte für die Interessen und Rechte Einkommensschwacher

Unser Name ist Programm

Der Verein Tacheles redet Tacheles, wenn es um die Rechte sozial Benachteiligter und Arbeitsloser geht. Seit fast 23 Jahren macht der Verein auf soziale Benachteiligungen aufmerksam, formuliert im Namen Betroffener Forderungen und bietet realistische Lösungskonzepte an. (mehr dazu hier…) Gegründet wurde der Verein 1994 als Selbsthilfeeinrichtung von Betroffenen für Betroffene. Durch seine erfolgreiche Arbeit hat es Tacheles zu bundesweiter Bekanntheit gebracht.

Ein Gründungsanlass, die Brandanschläge von Solingen und Mölln, stellt den direkten Zusammenhang zwischen rassistischer Gewalt und sozialer Ausgrenzung her. Tacheles e.V. begreift das Streben für materielle und rechtliche Verbesserungen als emanzipatorischen Prozess, in den alle vom Sozial-, Lohn- und Demokratieabbau Betroffenen eingebunden werden müssen. Der Verein tritt offensiv für ein Bündnis von Erwerbslosen und lohnabhängig Beschäftigten ein und verurteilt Faschismus, Rassismus und alle Formen der Diskriminierung. Er wirkt mit seiner alltäglichen Widerstandspraxis einer Instrumentalisierung des sozialen Elends durch Nazis entgegen.

Bis Ende 2005 hat der Verein Tacheles im Rahmen des Programms „Arbeit statt Sozialhilfe” noch 5 langzeitarbeitslose ehemalige Sozialhilfeempfänger beschäftigt. Diese Fördermöglichkeit ist in Folge der Hartz IV — Gesetze weggefallen. Aufgrund grundsätzlicher Erwägungen hat Tacheles sich entschieden bei sich keinesfalls sog. Ein-Euro-Jobber zu beschäftigen. Damit hat sich ab 2006 ein Teil der Arbeit des Vereins geändert. Bis Ende 2008 hat Tacheles vier Menschen mit ABM – Stellen beschäftigt.

Der überwiegende Teil der Vereinsarbeit wird derzeit ehrenamtlich ausgeübt. Der Betrieb vom neuen Café im ehemaligen Loher Bahnhof wird nun mit einer sozialversicherungspflichtig Beschäftigen die im Rahmen des Beschäftigungszuschusses nach § 16a SGB II gefördert wird betrieben.

Der Verein finanziert über Mitgliedsbeiträge, Spenden, Einnahmen durch die Anwaltsdatenbank (www.my-sozialberatung.de) und das Betreiben eines Cafés und seit Beginn 2011 wieder durch die Förderung als Arbeitslosenzentrum. Durch diese Mischfinanzierung kann eine behördenunabhängige Finanzierung sichergestellt werden.

Tacheles e.V. informiert

Seit September 2001 betreibt Tacheles eine umfangreiches Internetportal, die laufend aktualisiert wird. Unser Webangebot wird intensiv von verschiedenen Zielgruppen als Informationsquelle genutzt: von den Betroffenen selbst und den sie unterstützenden Organisationen sowie Beratungseinrichtungen, von Behördenmitarbeitern, Rechtsanwälten, Gerichten und Rechtswissenschaftlern. In den vergangenen 12 Jahren verzeichnete die Tacheles Website über 1,4 Millarden Zugriffe. Die Leser der Site finden dort unter anderem folgende Rubriken:

Leitfaden zum ALG II / Sozialhilfe

Von den beiden Tachelesmitstreitern Frank Jäger und Harald Thomé wird nun in vierter Auflage der Leitfaden zum ALG II / Sozialhilfe herausgegeben. Der Leitfaden hat 435 Seiten und gibt einen umfassenden Überblick über das Leistungsrecht nach den Hartz IV-Reformen. Der Leitfaden — vom Magazin Spiegel als „Standardwerk für Arbeitslosengeld II-Empfänger” (Spiegel 43/2005) bezeichnet — ist im Missbrauchsreport des ehemaligen Minister Clement massiv angegriffen worden. Zu den Vorwürfen haben die Autoren (damals noch Harald Thomé mit Prof. Rainer Roth) eine umfangreiche Stellungnahme abgegeben.

Das Nachschlagewerk ist auf dem Stand vom 1. Jun. 2011 und berücksichtigt die Rechtsprechung der Sozialgerichte bis Mai 2011.

Aktuelle Projekte

Selbstorganisierung

Wir fördern bundesweit die Vernetzung und Gründung von Initiativen. Hierzu trägt unter anderem unser online Adressverzeichnis bei. Zudem stehen wir neuen Initiativen und Erwerbslosengruppen „in Gründung“ vor allem aus NRW mit Tipps und Informationen zur Seite. Um auch künftig bei steigenden Beratungsbedarf flächendeckend eine kompetente Sozialberatung und Selbsthilfe zu gewährleisten, ist der Aufbau neuer Beratungs- und Selbsthilfestrukturen wichtiger denn je. Dies erfordert von den Aktiven viel Eigeninitiative, einen langen Atem und fundierte Sozialrechtskenntnis. Bitte meldet Euch, wenn es konkreten Bedarf nach Schulung im Beratungswissen geht. jaeger@spamtacheles-sozialhilfe.de Hier zwei Selbstorganisationsseminare die Tacheles in dem Zusammenhang angeboten hat: Seminar 1 und Seminar 2

Rechtsdurchsetzung

Geplant ist für die nächste Zeit die inhaltliche Aufarbeitung verschiedener rechtlicher Themen mit grundsätzlicher Bedeutung, z.B. Unterkunfts- und Heizkosten, Umgang mit Eingliederungsvereinbarungen, Anspruch auf Einmalleistungen wie Hausrat, Schulbeihilfen usw.

Der Verein „Tacheles” hat Anfang 2009 seine Räumlichkeiten und Aktivitäten nach Unterbarmen verlegen. Dort sind wir in den ehemaligen Loher Bahnhof, Rudolfstraße 125, 42285 Wuppertal gezogen. Am neuen Tacheles-„Standort” wird es dann wieder ein tagsüber geöffnetes Café geben, das abends als Veranstaltungsort zur Verfügung steht. Selbstverständlich ziehen Beratungsstelle und Tafelladen mit in den Loher Bahnhof um. Näheres über unser Beratungs- Caféangebote, sowie die Öffnungs- und Telefonsprechzeiten findet Ihr unter Beratung und Café.

Adresse und Erreichbarkeit

Die Öffnungszeiten für Café und Stadtteiltreffpunkt sind:

Tacheles e.V.
Rudolfstr. 125
42285 Wuppertal
Phon:0202 - 31 84 41
Fax:0202 - 30 66 04
Email:info@spamtacheles-sozialhilfe.de

Wer uns eine Nachricht lieber anonym zukommen lassen will kann auch unser Kontaktformular verwenden.

Sollte jemand zu viel Geld haben, freuen wir uns natürlich auch über Spenden. Diese bitte an:
Tacheles e.V. — Konto: 965376 — Stadtsparkasse Wuppertal — BLZ: 330 500 00