Tacheles erhält von der Stiftung Solidarität den Regine-Hildebrandt-Preis.

Erstellt: Mittwoch, 05.05.2010 18:19

„Ein Alltag ohne soziale Demütigung – das ist das Grundrecht aller, ausnahmslos.“

Regine-Hildebrandt-Preis für Rita Süssmuth, Tacheles e.V. und Gemeinsam gegen Kälte e.V.

Zum vierzehnten Mal vergibt die Stiftung Solidarität ihren Regine-Hildebrandt-Preis. Er ist dieses Jahr mit 30.000 Euro dotiert und geht zu gleichen Teilen an Frau Prof. Dr. Rita Süssmuth sowie an die Vereine „Tacheles e.V.“ (Wuppertal) und „Gemeinsam gegen Kälte e.V.“ (Düsseldorf).
„In dem von der EU für 2010 proklamierten ‚Europäischen Jahr zur Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung’ wollen wir den Blick auf die notwendige Integration und gesellschaftliche Teilhabe armer und sozial ausgegrenzter Menschen lenken“, begründet Jörg Hildebrandt, Ehe-mann Regine Hildebrandts und Vorstandsmitglied der in Bielefeld ansässigen Stiftung, den Themenschwerpunkt der in Aussicht genommenen Preisvergabe.

Frau Süssmuth hat sich immer wieder mit allerhöchster Intensität sozialpolitischen Verantwortungen zugewandt. Der Preis würdigt insbesondere ihren beherzten Einsatz für Migration, Integration und Ausländerrecht, ihr unerbittliches Engagement gegen jedwede Geschlechterdiskriminierung und ihre überaus streitbare und deshalb besonders glaubwürdige Haltung bei der Bewahrung wohlfahrtstaatlicher Grundprinzipien.

Der Preis an Tacheles e.V. zeichnet die Sozialberatung eines Stadtteilzentrums aus, das sich mit seiner Leuchtkraft weit über Wuppertal hinaus zu einem unentbehrlichen nationalen Netzwerk für Betroffene, für Beratungseinrichtungen und Selbsthilfegruppen entwickelt hat.

Der von dem international gefeierten Cellisten Thomas Beckmann ins Leben gerufene Verein Ge-meinsam gegen Kälte e.V. hat sich mit der Hilfe für Arme und Obdachlose in über 100 Städten verdient gemacht und dafür seit 1993 in 500 Benefizkonzerten ca. 1,5 Millionen Euro eingespielt.
Die öffentliche Preisverleihung steht unter dem Motto „Ein Alltag ohne soziale Demütigung – das ist das Grundrecht aller, ausnahmslos.“ (Regine Hildebrandt, 1998). Sie findet am Freitag, 18. Juni 2010, um 13.30 Uhr im Stadttheater Bielefeld (Niederwall 27, 33602 Bielefeld) statt. Die Laudatio hält Regine Hildebrandts langjähriger politischer Weggefährte, der ehemalige Bundesminister und brandenburgische Ministerpräsident Dr. Manfred Stolpe. Ein Grußwort spricht Bielefelds Oberbürgermeister Pit Clausen. Das musikalische Rahmenprogramm bestreiten Alexander Dohna (Cello) und Johannes Vetter (Klavier) von der Musik- und Kunstschule Bielefeld.

Die Stiftung Solidarität vergibt ihre bundesweit begehrte Auszeichnung seit 1997 für herausragenden sozialen Einsatz. Zu den bisherigen Preisträgern gehören neben Armutsprojekten, Netzwerken für Beschäftigungs- und Arbeitsloseninitiativen, Filmemachern auch Persönlichkeiten wie Regine Hildebrandt (1997) und Friedhelm Hengsbach (2004) oder Heiner Geißler, Ottmar Schreiner (beide 2005) sowie Hans-Jochen Vogel (2007) und Marieluise Beck (2008).

Programm und Einladung unter www.stiftung-solidaritaet.de