Ba-Wü: Betroffene machen mobil - Start der landesweiten Kampagne: 1-Euro-Job Stopp!

Erstellt: Donnerstag, 07.05.2009 06:26

=== NEUIGKEITEN AUS BADEN-WÜRTTEMBERG ===

ver.di Erwerbslosenausschuss Bezirk Mittelbaden-Nordschwarzwald
Karlsruhe, 6. Mai 2009

Pressemitteilung
Betroffene machen mobil - Start der landesweiten Kampagne: 1-Euro-Job Stopp!

Das Baden-Württemberg-Bündnis zur Abschaffung der 1-Euro-Jobs startet seine Kampagne "1-Euro-Job Stopp!" am Freitag, den 8. Mai 2009 ab 19 Uhr mit einer Auftakt-Veranstaltung im Stuttgarter Gewerkschaftshaus, Willi-Bleicher-Straße 20.

Den Einführungs-Vortrag hält Dr. Helga Spindler, Professorin für Sozial- und Arbeitsrecht an der Uni Duisburg-Essen. Danach berichtet ein ehemaliger 1-Euro-Jobler, wie es ihm zuletzt vor dem Bundesarbeitsgericht erging, als er aufgrund seiner Verwendung als Essens-Ausfahrer die Feststellung eines regulären Arbeitsverhältnisses erreichen wollte. Die anschließende Diskussion wird weitere praktische Erfahrungen Betroffener mit den 1-Euro-Jobs aufzeigen. Nach der Vorstellung der Kampagne wird ausführlich über Einschätzungen und Handlungsmöglichkeiten diskutiert, die in die weitere Umsetzung von Aktionen in den Städten und Gemeinden in Baden-Württemberg einfließen können.

Das Baden-Württemberg-Bündnis zur Abschaffung der 1-Euro-Jobs ist ein Zusammenschluss von organisierten und nicht-organisierten Erwerbslosen, das sich zu Jahresbeginn 2009 gebildet hat und sich seither auf Arbeitstreffen koordiniert.

Nach ihrer Ansicht bieten die 1-Euro-Jobs den Betroffenen keine Perspektive. Statt in ein Arbeitsverhältnis zu münden, vernichten vielmehr 1-Euro-Jobs reguläre Arbeit bzw. verhindern die Einrichtung von "guten" Arbeitsplätzen. Für das gleiche Geld, das 1-Euro-Job-Maßnahmen dem Fiskus kosten, können ebenso viele reguläre, d.h. voll sozialversicherte Arbeitsplätze finanziert werden. Während die 1-Euro-Jobs die Betroffenen weiter in der "Hilfebedürftigkeit" belassen, gibt ein reguläres Arbeitsverhältnis den arbeitenden Menschen wieder ihre Würde und ihre Rechte als Arbeitnehmer.

Dr. Helga Spindler setzt sich mit der schleichenden Einführung von Workfare in Deutschland auseinander. Der aus dem englischen Wortspiel "from welfare to work" entstandene Begriff Workfare bezeichnet etwas, was sich im Deutschen mit dem Schlagwort "Arbeiten für die Grundsicherung" umschreiben lässt. Die Politik und vor allem die Verwaltungspraxis proben bereits den schleichenden Übergang zu Workfare. Dies geschieht bereits mittels 1-Euro-Jobs in Form so genannter "Sofortangebote".

Der ver.di Bezirks-Erwerbslosenausschuss (BzEA) Mittelbaden-Nordschwarzwald beteiligt sich an dem Baden-Württemberg-Bündnis zur Abschaffung der 1-Euro-Jobs.
Für Nachfragen ist der BzEA-Vorsitzende, Kollege Peter Zalewski, erreichbar unter Tel. 01520-5117788.

Die Veranstalter wünschen sich für ihre Kampagne eine breite Berichterstattung in den Medien und halten auf der Auftakt-Veranstaltung vorbereitete Pressemappen für die interessierten Medienvertreter bereit.


erstellt am 6. Mai 2009 von Peter Zalewski
Kontakt: peter.zalewski@web.de
mobil: 01520 5117788

Postanschrift:

ver.di Bezirk
Mittelbaden-Nordschwarzwald
Erwerbslosenausschuss
Rüppurrer Str.1 a
76137 Karlsruhe