Sanktionierte ALG II-Betroffene in Baden-Württemberg als Inter-viewpartner/-innen gesucht.

Erstellt: Mittwoch, 29.04.2009 10:13

§ 31 SGB II sieht für ALG II-Bezieher/-innen, die in „Eingliederungsvereinbarungen“ festgelegte Pflichten nicht erfüllen, die so genannte Eingliederungsmaßnahmen nicht antreten oder abbrechen oder die nach Ansicht der Behörde zumutbare Arbeit ablehnen, empfindliche Leistungskürzungen bis hin zur völligen Streichung der Hilfe vor.

Die tatsächlichen Ursachen der Verhängung von Sanktionen sind bisher ebenso schlecht erforscht wie die Auswirkungen von Sanktionen auf die Lebenslage der Betroffenen. Wie die Betroffenen die Situation erlebt haben, in der sie sanktioniert wurden, vor welche Anforderungen sie sich gestellt sahen und warum sie diese Anforderungen nicht erfüllen konnten oder wollten, ist weitgehend unbekannt. Ebenso wenig weiß man darüber, wie die Sanktionierten die Einbußen an Existenzsicherung bewältigen: Welche Ausgaben sie unterlassen (müssen), was das für die Sicherung ihrer Wohnung und ihrer Gesundheit bedeutet, welche alternativen Einkommensquellen sie sich zu erschließen suchen, auf welche Jobs sie sich möglicherweise einlassen, auf die sie sich ohne die Sanktion nicht eingelassen hätten.

Für ein Forschungsprojekt zu diesen Fragen suche ich noch ein paar Menschen, insbesondere Frauen, die in der Vergangenheit nach § 31 SGB II sanktioniert waren oder es gegenwärtig sind und die bereit sind, in einem Gespräch mit mir ihre Sicht der Situation zu erörtern. Dass ich die Anonymität der Interviewpartner/-innen gegenüber allen Dritten strikt wahre, versteht sich.

Wer ich bin und welche Forschungsprojekte – insbesondere auch zur Umsetzung und den Auswirkungen des SGB II – ich bisher durchgeführt habe, steht auf meiner Internetseite unter http://www.sofeb.de.

Die Interviews werden dort stattfinden, wo die Gesprächspartner/-innen sie am liebsten führen möchten. Wegen des engen Zeitrahmens, in dem die Untersuchung durchgeführt werden muss, und wegen der knappen finanziellen Ressourcen können jedoch leider nur Interviews mit Sanktionsbetroffenen, die in Baden-Württemberg oder nicht weit davon entfernt leben, durchgeführt werden. Jede/r Interviewpartner/in bekommt als kleines Dankeschön 15 Euro (in bar).

Die vorgesehenen 30 Interviews sollen von Februar bis Ende April 2009 durchgeführt werden. Bis Ende August 2009 werden die Interviews ausgewertet sein und der Projektbericht vorliegen.

Ich wäre Ihnen sehr dankbar, wenn Sie sich zu einem Interview bereit finden könnten und sich für eine erste Kontaktaufnahme telefonisch oder per Mail bei mir melden würden. Die Telefonnummer ist: 07073/91 77 91. Die Mail-Adresse ist lautet: anne.ames@sofeb.de. Selbstverständlich stehe ich auch zur Beantwortung von Nachfragen zu dem Projekt gerne zur Verfügung.

Für Ihre Hilfe bedanke ich mich im Voraus von ganzem Herzen.

Mit freundlichen Grüßen

Anne Ames