PM: Gipfelgegner werden Werbeveranstaltung der Bundeswehr am Arbeitsamt nicht hinnehmen

Erstellt: Dienstag, 29.05.2007 23:05

Tacheles dokumentiert eine Pressemitteilung der „Initiative Bundeswehr-Wegtreten“


Rostock, 28. Mai 2007

Pressemitteilung:

Rostock: Gipfelgegner werden Werbeveranstaltung der Bundeswehr am Arbeitsamt nicht hinnehmen

Am Donnerstag, den 31. Mai will die Bundeswehr in der Rostocker Arbeitsagentur in der Kopernikusstraße über „berufliche Perspektiven“ in der Bundeswehr informieren. Dagegen machen nun Gipfelgegner mobil.

Seit geraumer Zeit stiften bundesweit Kriegsgegner und Erwerbslosengruppen Unruhe bei sogenannten Reklameeinsätzen der Bundeswehr. Ihr Schwerpunkt sind die Rekrutierungsveranstaltungen der Bundeswehr an Arbeitsämtern und Schulen. Die Perspektivlosigkeit am Ausbildungsmarkt und der zunehmende Druck für Erwerbslose seit der mehrfach verschärften Hartz IV Gesetzgebung lockt die Bundeswehr, dort immer offensiver für den “Job” des Soldaten zu werben.

„Es ist nicht nur geschmacklos sondern unverantwortlich, junge Menschen in Perspektivlosigkeit für den Kriegsdienst zu ködern. Solche Werbeshows der Bundeswehr im öffentlichen Raum, an Schulen und Arbeitsämtern muss man unterbinden.“, erklärt Verena Kemper von der Initiative Bundeswehr-Wegtreten.

Zielsetzung der Initiative Bundeswehr-Wegtreten ist es, die Bundeswehr in ihrer Selbstinszenierung als „ganz normaler Arbeitgeber“ im öffentlichen Raum zurückzudrängen, indem man sie genau dort angeht. Ihr Motto: „Wer die Öffentlichkeit sucht, muss sie auch ertragen!“

Genau dabei kam es in der Vergangenheit zu teils handfesten Auseinandersetzungen. Nach mehrfachen Störaktionen waren die monatlichen Veranstaltungen an den Arbeitsagenturen in Köln und Berlin komplett ausgesetzt worden. Zu Protestaktionen gegen Bundeswehrwerbeveranstaltungen kam es außerdem in den vergangenen Monaten in Bielefeld, Aachen, Bautzen und Görlitz. In der Arbeitsagentur Wuppertal musste die Veranstaltung gleich zu Beginn abgebrochen werde, da der Werbeoffizier eine Torte ins Gesicht gedrückt bekam. In Weimar wehrten sich Schüler gegen den Besuch des Bundeswehr-Infomobils an ihrer Schule. Der Werbetruck wurde über Nacht von oben bis unten mit Antikriegsparolen besprüht und die Bundeswehrwerber auf dem Schulhof tags drauf von einer Dauerkundgebung umzingelt. Als “äußerst frech oder aber gänzlich naiv” bezeichnet Verena Kemper das Vorhaben der Bundeswehr unmittelbar vor den zentralen Gipfelprotesten ab 1. Juni eine derartige Veranstaltung zu wagen. “Hunderte von Gipfelgegnern sind dann bereits in Rostock und werden die Einladung der Bundeswehr zur Informationsveranstaltung am 31.Mai annehmen.”

Weitere Informationen finden sie auf: www.bundeswehr-wegtreten.tk