Transbergischen Triathlon in Wuppertal: Besuch bei ARGE - Leiter und AWO

Erstellt: Montag, 22.05.2006 08:32

Spielbericht zum 5. Transbergischen Triathlon in
Wuppertal


Chaos in Nordrhein-Westfalen

In Nordrhein-Westfalen brachte ein Gewitterband des Tiefs ?Gertrud? teils chaotische Verhältnisse auf Straßen und im Bahnverkehr. Besonders auf Nebenstrecken traf es den Bahnverkehr in ganz Nordrhein-Westfalen. Zahlreiche Züge hatten Verspätung, weil umgestürzte Bäume die Oberleitungen
beschädigt hatten. Viele Feste im Freien wurden abgesagt oder abgebrochen.

Trotz Gertrud und Bergischem Dauerregen starteten 50 Unentwegte zum Radrennen rund um den Ölberg. Der Straßenklassiker, der nunmehr zum 5.Mal ausgetragen wurde, überraschte insbesondere die Flachländer und Berliner RennfahrerInnen mit Steigungen von bis zu 37 % . Vorteile errangen die Ortskundigen, die die Berge umgehen konnten und Abkürzungen fuhren.

Der 2. Punkt war ein überraschend herausgefahrener Besuch beim ARGE-Leiter Thomas Lenz. Die Spitzengruppe der Bergwertung hielt einen Redebeitrag zur Verschärfung von Hartz IV in Wuppertal, insbesondere zur geplanten Ausschickung von Sozialschnüfflern.

Wir zitieren das Flugblatt: ?Zu Gast bei Sozialschnüfflern! Katzenmusik und faule Knochen für Thomas Lenz - ARGE Wuppertal. Im Rahmen des 5. Transbergischen Triathlons stehen wir heute beim Leiter der ARGE Wuppertal Thomas Lenz vor der Haustür.

Er ist der rotgrüne Vollstrecker von Hartz IV in Wuppertal. Bevor er ab August seine Sozialschnüffler ausschickt, schauen wir mal selbst bei ihm zu Hause nach dem Rechten. Ab heute drehen wir den Spieß rum!

Ab heute dürfen sich die Sozialschnüffler Wuppertals auf Gegenbesuche von Hartz IV GegnerInnen freuen.
Gleichzeitig erinnern wir mit unserem Auftritt an die mutigen GegnerInnen der Wuppertaler Sozialpolitik von 1806. Vor genau 200 Jahren demonstrierten Hartz IV-GegnerInnen mit einer Katzenmusik gegen den Mitbegründer der Elberfelder Allgemeinen Armenanstalt von 1800, Johann Friedrich Wilberg. Wilberg setzte damals für die Elberfelder Armenanstalt durch, dass den Armenhilfeempfängern statt Bargeld nur noch Naturalien, u.a. die aus alten Resten gekochte so genannte "Rumfordsche Suppe" ausgegeben wurde. In seinen Erinnerungen berichtete Wilberg, dass aus Protest gegen diese Anordnung nachts Knochen an das Treppengeländer vor seiner Haustür gebunden und er in den Armenvierteln "Knochenkerl" und "Bluthund" genannt wurde.

Die dritte Station stand ganz im Zeichen eines
Überraschungsbesuches der sogenannten ?Überflüssigen?
(www.ueberfluessig.tk) Als Reaktion auf die gemeinsame Forderung von AWO, DRK und Diakonie den Sockelbetrag von Hartz IV zu kürzen, wurde kurzerhand eine wilde Müllkippe zur Barrikade im Eingangsbereich der AWO Wuppertal umfunktioniert, es wurden Reden geschwungen, ein Tisch- und Rauchfeuerwerk gezündet und eine Konfettikanone abgeschossen.

Die 4. Disziplin begann mit einem Fußballspiel im
Einkaufsparadies City Arcaden. Die SpielerInnen spielten sich trotz Wachschutz mit klugen Doppelpässen über die Rolltreppen Rechtzeitig ins Freie, wo neben Gertrud und ihrem Dauerregen eine Vielzahl von sportbegeisterten
Streetsoccern warteten.
Um Mina Kahn herum entstand ein Tor mit Netz, was dem
verhassten Verein RW Essen gestohlen wurde. Es wurden 20 fairgehandelte Bälle gleichzeitig ins Spiel gegeben und es entspann sich unter Beteiligung von PassantInnen ein Streetsoccerspiel der Extraklasse.
Die fußballerische Aktion unter dem Motto ?Ein Tritt
für Deutschland? thematisierte die Einschränkung der
BürgerInnenrechte durch die WM, positionierte sich gegen die fiese Deutschtümelei und die staatliche Abschiebepolitik und nahmen die Machenschaften des
Kommunalen Ordnungsdienstes KOD, der die Vertreibung und Schikanierung von Obdachlosen, Drogenkranken und MigrantInnen betreibt, ins Visier. Der KOD war es auch, der mit Hilfe der Polizei, das muntere Fußballspiel unterbinden wollte. Die Schwarzgekleideten fragten erstmal ordentlich, wem gehört das Tor, wem gehören die Bälle, als sich keiner
meldete, raubten sie zunächst Mina Kahn das Torwarttrikot, klauten das Fußballnetz und begannen unter Gelächter die zahlreichen Fußbälle zu beschlagnahmen. Da wir zu nächsten Disziplin eilen mussten, konnten wir uns um ein Rückspiel nicht mehr kümmern?

Die 6. Disziplin stand ganz im Zeichen der Polizeigewalt vom Ölbergfest und vom 1.Mai in Wuppertal. Vor der Schwebebahnstation Döppersberg führten Models auf einem roten Teppich die Demokleidung der Zukunft vor. (Fotos und Ansagetext von Herrn Lagerfeld werden nachgereicht)

Höhepunkt des 5. Transbergischen Triathlons war
unbestritten die 7. Disziplin, das Drachenbootrennen
im Hagelsturm. Auch hier konnten sich die Einheimischen deutlich durchsetzen, die BerlinerInnen hatten trotz Außenbootmotor nicht die geringste Chance das Flagschiff der Sieger zu bezwingen. Nachdem alle nass waren, die VeganerInnen aus Verzweiflung Würstchen verspeisten, wurde der 5. Transbergische Triathlon in den Saal verlegt und endete als rauschendes Fest .
In einem geheimen Hinterzimmer wurde die Siegerehrung
vollzogen.

Mina Knallenfalls -Schiedsrichterin

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