Dresden: Ein-Euro-Jobber im Einsatz beim Wegräumen des Hundekots

Erstellt: Mittwoch, 08.03.2006 07:37

aus "Dresdner Neueste Nachrichten" vom 06.03.2006
http://www.dnn-online.de/dnn-heute/61036.html

Räumtrupp und Polizei "jagen" Hundekot-Sünder

Von August bis Dezember 2005 haben zehn Ein-Euro-Jobber in einem Pilotprojekt Pieschens Wege und Spielplätze weitgehend von Hundekot befreit. "Der Ortsamtsbereich ist spürbar sauberer geworden", freut sich Ortsamtsleiter Roland Putzger. Doch immer wieder stießen die Räumtrupps auf schwer zu beseitigende Probleme: uneinsichtige
Hundehalter. Denen sollen jetzt die Bürgerpolizisten auf die Sprünge helfen. Spätestens Anfang Mai werden die "Sauber-Jobber" zweimal je vier bis fünf Stunden in der Woche vom "Freund und Helfer" begleitet.

Seit 28. Oktober 2004 sind Dresdens Hundehalter in der Pflicht. "Abgelegter Hundekot ist unverzüglich vom Hundehalter zu entfernen.
Hierzu ist ein geeignetes Behältnis mitzuführen und auf Verlangen den Vollzugskräften vorzuweisen", heißt es in Paragraph 7 der Polizeiverordnung. Wird dem Gebot nicht Folge geleistet, droht eine Geldbuße von bis zu 1000 Euro. Doch just hier stoßen die "Pieschener Stadtteilmeister", wie die Kot-Räumer offiziell heißen, an ihre Grenzen. Deshalb sollen sie mit der Polizei gemeinsam auf Streife
gehen. Denn die Polizeikräfte dürfen die Personalien festhalten, Bußgeld verhängen, und können so gegen renitente Hundehalter vorgehen.

"Ausbaustufe" nennt Putzger das neue Konzept, das derzeit von der Qualifizierungs- und Arbeitsförderungsgesellschaft Dresden (QAD) vorbereitet wird. Mit Ortsamt und Abfallamt sei man sich bereits einig, berichtet QAD-Projektentwickler Jürgen Böhme. Jetzt fehle noch der Segen vom Grünflächenamt und der ARGE. Er sei aber zuversichtlich, dass das bundesweit einmalige Modellprojekt Ende April oder spätestens Mai erneut sechs Monate läuft. Parallel zu den
Kontrollgängen soll Kotsündern ein Handzettel mit der
Polizeiverordnung mitgegeben werden.

Zur Erinnerung: Die Idee zu den Kot-Räumtrupps mit Ein-Euro-Jobbern entstand, weil sich die Forderung des Ortsbeirates Altstadt, eine "Hunde-DNA-Bank" für alle über 12.000 registrierten Hunde einzuführen, nicht realisieren ließ.

Ralf Redemund