Nazi-Aufmarsch am 14. Mai in Wuppertal verhindern !

Erstellt: Dienstag, 05.04.2005 23:26

Wuppertal stellt sich quer! Teil 3

Am 14. Mai wollen zum dritten Mal nach 2001 wieder Nazis in Wuppertal aufmarschieren. Unter dem Motto "§130 und §86a abschaffen, freies Wort und freie Meinung für freie Bürger! Solidarität mit Lunikoff." haben sie für 11.00 Uhr eine Demonstration mit dem Sammlungspunkt Bahnhofsvor-platz /Wuppertal HBF bei der Polizei angemeldet.


Anmelder "Aktionsbündnis Westdeutschland"

Anmelder der Demo ist das nationalsozialistische
"Aktionsbündnis Westdeutschland". Darunter verbirgt sich ein Zusammenschluß mehrerer Nazigruppierungen wie den Kameradschaften aus Dortmund, Hamm, Leverkusen, Köln, sowie den sogenannten "autonomen Nationalisten" aus Wuppertal
/Mettman und dem Ruhrgebiet.
Das "Aktionsbündnis Westdeutschland" trat erstmals im Juli 2004 in der Öffentlichkeit auf. Es soll, so die Beschreibung der Initiatoren, "die Kräfte des freien Widerstandes auch in Rheinland - Westfalen bündeln und zu
einer aktiven Kampfgemeinschaft formen, in welcher nicht gegen, sondern miteinander gearbeitet wird". Ungebremst bezieht man sich auch auf den historischen National-sozialismus: "Alle Kameraden sind aufgerufen mitzuarbeiten, mitzuwirken, sich unserem Ruf nicht zu verschließen – damit
sich die Prophezeiung jenes Mannes eines Tages erfüllen kann, dessen trauriges Schicksal es war im Jahre 1945 in eine Decke gehüllt, im Garten der Reichskanzlei mit Benzin übergossen und verbrannt zu werden: 'Was endlich doch siegen wird, ist das Feuer der Deutschen Jugend.'".


"Landser" - kriminelle Vereinigung

Die Neonazis wollen mit der Demonstration ihre Solidarität mit dem Sänger der braunen Kultband "Landser" ausdrücken.
Ende Dezember 2003 waren die Mitglieder wegen Bildung und Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung nach Paragraf 129 des Strafgesetzbuches durch das Berliner Kammergericht bestraft worden. Der Sänger Michael Regener war zu einer Haftstrafe von drei Jahren und vier Monaten verurteilt worden.
Daraufhin war er in Berufung gegangen. Am 8. März bestätigte jetzt der Bundesgerichtshof das Urteil vollständig. Ziel der Gruppe sei es gewesen, "aus dem Verborgenen heraus über CDs als Medium politische Botschaften in der rechtsradikalen Jugendszene zu verbreiten. Hierbei kam es den Beteiligten im wesentlichen darauf an, den Staat Bundesrepublik Deutschland und seine pluralistische Ordnung als untragbar zu diffamieren, Juden und Ausländer, vor allem solche mit dunkler Hautfarbe, zu minderwertigen Hassobjekten herabzuwürdigen und ihre
'Beseitigung' durch Mord oder Vertreibung zu propagieren", hieß es in der Anklageschrift. In den Texten stand unter anderem "Kanacke verrecke", "Nigger" oder "Das Reich kommt
wieder". Die CDs mit ihren gegen Nichtdeutsche, Andersdenkende und Juden hetzenden Inhalten wurden meist an Autobahnraststätten verkauft. In mehreren Fällen konnte nachgewiesen werden, dass sich jugendliche Gewalttäter mit
"Landser"-Songs auf Überfälle einstimmten.
Schon nach dem Berliner Urteil ist die Band zerfallen. Regener, der inzwischen in rechten Kreisen unter dem Namen "Lunikoff" als Märtyrer gehandelt wird, gehörte lange Jahre zu der rechten Rockergruppe "Vandalen" und hat sich mittlerweile der NPD angeschlossen.


Nach den zahlreichen Aufmärschen in NRW und der BRD und dem erst kürzlich vorgefallenen Mord mit einem politischen Hintergrund in Dortmund, durch einen jungen Nazi an einem Punker, ist es endlich wieder Zeit auf die Straße zu gehen und Widerstand zu zeigen. Dieser sollte sich jedoch nicht nur auf Gegendemonstrationen beschränken, sondern auch im Alltag ist er enorm wichtig.

Wir rufen zum gemeinsamen, kraftvollen, kreativen und wirksamen Widerstand auf!


NAZIAUFMARSCH VERHINDERN - Wuppertal stellt sich queer!


Stand Up and Fight
against Fascism