Gera: Polizei räumt Antifas ab und macht Nazis den Weg frei

Erstellt: Montag, 06.09.2004 22:37

BFE Thüringen räumt Antifas ab und macht Nazis den Weg frei

Mit einem Großaufgebot der Thüringer "Beweissicherungs- und
Festnahmeeinheit" (BFE) reagierte die Polizei auf einen erneuten Versuch von AntifaschistInnen, die Nazis von der Montagsdemonstration in Gera abzudrängen. Etwa ein Dutzend Antifas stellte sich am Anfang der Demonstration etwa 30 Nazis in den Weg. Viele der umstehenden DemonstrantInnen riefen "Nazis raus" und solidarisierten sich mit den
AntifaschistInnen. Ein Appell der AAG an die DemonstrantInnen, wurde von Durchsagen der Initiative für soziale Gerechtigkeit übertönt. Die Ordner der Initiative hielten sich zurück und auch der Anmelder des Aufzus, der
zwei Tage zuvor in Jena das Fronttransparent der Anti-Nazi-Demo trug, ließ die Nazis gewähren. Nachdem die Initiative loslief, wurden die verbliebenen AntifaschistInnen von der BFE abgedrängt, ID-behandelt und durchsucht. Die Polizei stellte ihren antidemokratischen Habitus unter Beweis und hielt die Antifas ohne Begründung und rechtliche Handhabe etwa eine halbe Stunde bis zum Ende der Veranstaltung fest. Die Nazis wurden daraufhin unter Polizeischutz in die Demo geleitet.
Während der Demonstration als auch auf der Abschlußkundgebung fehlten wie in den letzten Wochen jegliche Ansätze einer konsequenten Distanzierung
gegenüber den Nazis. Lediglich der Nazi Christian Bärthel, dem Antifas noch am Bahnhof Flugblätter mit der Aufschrift "CDU & SPD Volks-Vernichtung ohne Cyclon-B!" (Rechtschreibung im Original) abnahmen, wurde aufgrund einer volksverhetzenden Schildaufschrift von der Demo
verwiesen.

Die wöchentlichen Naziaufmärsche sind mittlerweile fester Bestandteil der Geraer Montagsdemos. Und das obwohl diejenigen, die in weissen Hemden mit Schlips auftauchen und somit ihre menschenverachtende Ideologie kaschieren, dieselben Nazis sind, welche letzten Montag zu vierzigst auf
zwei Flüchtlinge aus dem Irak losgingen und diese verletzten. Auf den Geraer Montagsdemos laufen dieselben Nazis mit, die im Laufe der vergangenen Wochen in Gotha und Altenburg für den nationalsozialistischen Massenmörder Rudolf Hess einen Gedenkmarsch veranstalteten und die auch in Gera offen nazistische Propaganda verbreiten. Die scheinbar adretten Jugendlichen, die sich stets darum bemühen, ruhig und unscheinbar von den Montagsdemon-strantInnen akzeptiert zu werden, stehen für dieselbe
Ideologie ein, die Jugendliche vor eineinhalb Jahren dazu veranlasste, Molotow-Cocktails auf das Flüchtlingsheim in Greiz zu werfen sowie im Januar 2004 einen Spätaussiedler in Bieblach-Ost auf bestialische Weise zu ermorden. Zur moralischen Unterstützung ihrer braunen Kameraden erschienen
bei den Prozessen nachweislisch die gleichen Nazis, die auch in den letzten Wochen bei den Montagsdemos mitliefen.
Ohne eine glaubwürdige Argumentationslinie aufzuweisen, meiden die Veranstalter unter dem Deckmantel "Keine Gewalt" jedwede konfrontative Auseinandersetzung mit den Nazis. In allen anderen Städten Thüringens wurden die Nazis mittlerweile von den Montagsdemos ausgeschlossen, nur im
braunen Gera, wo die Menschen die Nazis nicht als ein ernstzunehmendes Problem wahrnehmen, wo der Naziterror zum Alltag geworden zu sein scheint, wird dieses Vorhaben von der Intitiative für soziale Gerechtigkeit nach wie vor nicht ernsthaft verfolgt.

Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen!
Nazis raus aus den Montagsdemos!

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Antifaschistische Aktion Gera [AAG]
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