Tacheles Medieninfo: Sozialhilfeinitiativen fordern in einem offenen Brief "Ungeiz" von Saturn

Erstellt: Montag, 29.03.2004 15:57

Medieninformation

Wuppertal, 29.03.2004

Sozialhilfeinitiativen fordern in einem offenen Brief "Ungeiz" von Saturn

Mehrere bundesweite Sozialhilfe-initiativen haben die Elektromarktkette Saturn in einem offenen Brief zu "einem großzügigen, 'ungeizigen' Sozial-Sponsoring" aufgefordert. Der Elektro-Konzern könne so seine Solidarität für jene Kundschaft beweisen, die „jeden Cent dreimal umdrehen“ müsse und dadurch werbeträchtig deutlich machen, dass er sich für arme Menschen in Deutschland engagiere.

Stein des Anstoßes war das Vorgehen Saturns gegen eine Plakatserie, die der Kirchenkreis Recklinghausen herausgegeben hatte. Das Motto der Serie: „Arm sein ist geil“. Der Kirchenkreis wollte damit auf die bevorstehenden Veränderungen zu Lasten einkommensschwacher Gruppen hinweisen.

Die Ingolstädter Firmenzentrale sieht darin weniger eine gelungene satirische Kampagne gegen den Sozialabbau, sondern vielmehr ein zweckentfremdetes Plagiat ihres eigenen Werbeslogans "Geiz ist geil". Den Elektrokonzern stört an dem Plakat nicht nur die große Ähnlichkeit mit ihrer eigenen Werbekampagne. Er werde zudem durch das Protestposter unmittelbar mit dem Sozialabbau in Deutschland in Verbindung und damit in Misskredit gebracht, teilte die Firma dem Kirchenkreis mit.

Diesem Vorwurf sind die Bundesarbeitsgemeinschaft der Sozialhilfeinitiativen, die bundesweite Arbeitslosenzeitung „quer“ und die Wuppertaler Sozialhilfeinitiative "Tacheles" nun mit einem augenzwinkernden Vorschlag begegnet.
In ihrem offenen Brief fordern sie das Unternehmen auf, durch aktives „Sozial Sponsoring“ deutsches Firmenvorbild zu werden. In dem Brief heißt es weiter: „Wir möchten Ihnen nun Gelegenheit bieten, sich zu positionieren: Sie könnten Ihre Solidarität für diesen Teil Ihrer Kundschaft beweisen und so auch werbeträchtig deutlich machen, dass Sie nichts mit Sozialabbau zu tun haben (wollen)." Das könne das Unternehmen, indem es Vereine unterstütze, „die dazu beitragen, dass Arme ihre Rechte und die ihnen zustehenden Euro in den Geldbeutel bekommen".

Saturn hat auf diesen Vorschlag bislang noch nicht reagiert.


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