Kasseler Widerstandsgruppe gegen Sozialabbau stellt sich vor

Erstellt: Sonntag, 25.01.2004 23:12

Guten Tag,

ich möchte Euch auf eine neue Kasseler Widerstandsgruppe aufmerksam machen.
Wir nennen uns Aktionsgruppe gegen Sozialabbau. Seit Januar führen wir wöchentlich stattfindende Freitagsdemon-strationen gegen Sozial- und Demokratieabbau durch. Wir sind aus dem Kasseler Studentenstreik gegen Studiengebühren
hervorgegangen. Als sich abzeichnete, daß den meisten Studenten Scheine und die Illusion, ihr Studium in der vorgesehenen Zeit abzuschließen, wichtiger sind als ein, wie wir meinen, unabdingbares Eintreten gegen die antidemokratischen Entwicklungen in der BRD, ihnen zudem offensichtlich das notwendige politische Bewußtsein fehlt für das, was seit vielen Jahren in der Bundesrepublik
passiert, haben sich einige sozialkritische Studenten zusammengefunden, um mit einer neuen Strategie direkt die Bevölkerung zum Bündnispartner zu machen. Wir arbeiten zwar nach wie vor innerhalb der und für die (nur noch rudimentäre)studentische Streikbewegung und nutzen die Infrastruktur, die die Universität Kassel bietet, verstehen unsere Aktionsgruppe aber als eine politisch nicht
gebundene Bewegung von Betroffenen, Demokraten und Antifaschisten. Unsere Hauptaufgabe sehen wir im Moment in der Organisation und Durchführung von Freitagsdemos. Mit ihnen verfolgen wir folgende Ziele: Es soll die atomisierte,
ohnmächtige Wut und Resignation einzelner in den öffentlichen Raum getragen werden. Den Herrschenden soll gezeigt werden, daß Widerstand vorhanden ist. Des weiteren soll die Bevölkerung kritisch geschult werden, um den Lügen und schlecht recherchierten Falschinformationen der Medien etwas entgegen zu setzen. Den Menschen soll gezeigt werden, daß sie Teil des Geschichtsprozesses sind und durchaus die gesellschaftlichen Entwicklungen beeinflußen können. Daneben
sollen soziale Gegensätze abgebaut werden und die großen Gegensätze thematisiert werden, um über die soziale Begegnung zu einer neuen Solidarität zu finden, die letztendlich unerläßlich ist, will man als einzelner etwas für sich selbst erreichen. Wir arbeiten zunächst auf einen Generalstreik und eine große Widerstandsbewgung hin. Wir haben wöchentliche Freitagsdemos gewählt, einmal in
Reminiszenz an die Montagsdemonstrationen, zum anderen um
Teilnahmehindernisse abzubauen. Durch die regelmäßige Durchführung bekommen sie den Charakter einer sozialen Institution. Jeder kann sich, wann immer er möchte, anschließen.
Paßt es ihm die eine Woche nicht, kommt er eben die nächste.

Gestern, am 23.01., haben wir unsere zweite Freitagsdemonstration durchgeführt. Unsere Auftaktveranstaltung war am Montag, dem 12.01. Gestern konnten wir schon eine größere Anzahl Demonstrations-teilnehmer zählen als in den beiden Demonstrationen zuvor. Für die erste Freitagsdemo konnten wir Prof. a.D.
Friedrich Putz als Gastredner gewinnen. Er lehrte früher Verwaltungsrecht mit dem Schwerpunkt Sozialhilfe. Euch ist er ja bekannt! Gegen die in Kassel verfassungswidrig durchgeführte Pauschalierung (deklariert als jetzt ausgelaufener Modellversuch!) kämpft er seit einigen Jahren. Nun ist er zudem in unserer Aktionsgruppe engagiert. Der Ablauf unserer Demonstrationen ist stets so, daß zunächst eine Kundgebung und nach Möglichkeit der Redebeitrag eines Gastredners stattfindet. Als Gastredner versuchen wir für die nächsten Woche prominente
Persönlichkeiten und Redner aus sozialen Iniativen und andere Sprecher von Betroffenen zu finden. Im Anschluß gibt es das Angebot an die Bevölkerung, das sog. "Offene Mikrofon" zu nutzen, um ihre Meinung kundzutun. Anschließend
soll ein Demonstrationszug stattfinden (was wir bisher noch nicht durchführten) mit wechselnden, nach politischer Symbolhaftigkeit ausgesuchten Zielen. Dort soll dann noch eine Abschlußkundgebung stattfinden.

Gestern wurde erstmals in der Hessenschau des hr über uns berichtet, wovon wir uns eine Steigerung unseres Bekanntheitsgrades versprechen.

Wir würden gern wissen, ob Ihr Euch vorstellen könnt, mit uns zusammen zu arbeiten. Die Kooperation könnte sich auf den Austausch von Informationen und in der praktischen Arbeit gemachter Erfahrungen erstrecken, daneben könnten
auch Organisationsstrukturen (z.B. das gegenseitige Werben) gemeinsam genutzt werden sowie ein gegenseitiger Besuch organisiert werden. In der gegeben gesellschaftlichen Situation ist die überregionale Zusammenarbeit absolut
notwendig!
Außerem bitten wir Euch, unsere Gruppe auf Eurer Website vorzustellen.

Falls Ihr noch Fragen habt, mailt einfach.


Solidarische Grüße

Michael Kühlborn
Aktionsgruppe gegen Sozialabbau

AgSA@gmx.de

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Alle gemeinsam gegen Sozialkahlschlag!