Re: Bundesregierung: bringt nichts, braucht keiner, kann man behalten

Datum:Freitag, 17.02.2017 22:49
Autor: HelgaErna
Betreff:Re: Bundesregierung: bringt nichts, braucht keiner, kann man behalten
Text:Das sieht "Monitor" etwas anders.
Fragt man die Unternehmen, kommen 13% Missbrauch heraus.
Fragt man die Beschäftigten, kommen 44% heraus, im gleichen Untersuchungszeitraum.
Logisch.
http://www1.wdr.de/daserste/monitor/sendungen/mindestlohn-142.html

>>Georg Restle: „Von wegen sozial gerecht. Nur mal zum Vergleich: Die Steuer-Ersparnis für eine 4 Millionen-Jacht beträgt rund 400.000 Euro. Dafür müsste ein Mini-Jobber mit 450 Euro im Monat 74 Jahre lang arbeiten. Und daran ändert auch kein Mindestlohn etwas. Dazu kommt, ausgerechnet diejenigen, die am wenigsten im Land verdienen, werden am häufigsten um ihren Mindestlohn betrogen. Letzte Woche gab es hierzu neue Zahlen. Zahlen, die auch deutlich machen, dass die Erfolgsmeldungen der Bundesarbeitsministerin mit allergrößter Vorsicht zu genießen sind. Stephan Stuchlik, Hanna Wangler und Klaus Kuderer.<<

>>Andrea Nahles, Bundesarbeitsministerin (29.1.2015): „Der Mindestlohn gilt, flächendeckend, ohne Schlupflöcher.“

Und hier sind die Zahlen, auf die sie sich stützt: In diesem Bericht steht, dass fast alle Minijobber bekämen, was ihnen zusteht. Von den geringfügig Beschäftigten wurden demnach 2015 gerade einmal 13 Prozent unter Mindestlohn bezahlt.

Prof. Gustav Horn, Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung: „Ich halte die Angabe von 13 Prozent für nicht aussagekräftig. Es handelt sich hier um eine Befragung, an der Unternehmen freiwillig teilnehmen konnten. Man kann, glaube ich, mit Fug und Recht davon ausgehen, dass diejenigen, die die Bestimmungen verletzen, überhaupt nicht teilgenommen haben oder sich zumindest nicht zu der Verletzung bekannt haben. Insofern ist der Erfolg, den die Bundesregierung hier reklamiert, ein vermeintlicher Erfolg - mit diesen Zahlen lässt er sich nicht belegen.“<<

>>Seit einigen Wochen gibt es eine neue Studie zum Mindestlohngesetz, Toralf Pusch von der Hans-Böckler Stiftung hat sie erstellt; er hat dazu eine Befragung unter Beschäftigten aus 2015 verwendet. Neuere Zahlen gibt es nicht. Er kommt auf 44 Prozent Verstöße.

Toralf Pusch, Hans-Böckler-Stiftung: „Ich war sehr erstaunt. Im Jahr 2015 hat knapp jeder zweite Minijobber nicht den Mindestlohn erhalten, obwohl er ihm eigentlich zustand. Das heißt, das viele Unternehmen das Mindestlohngesetz nicht umgesetzt haben.“

13 Prozent bei Befragung der Arbeitgeber gegen 44 Prozent bei Befragung der Arbeitnehmer, beide im selben Untersuchungszeitraum. Beide Studien haben ihre Unschärfen, aber welche Zahl ist realistisch?

Prof. Gerhard Bosch, Universität Duisburg-Essen: „Für Forscher ist es überhaupt nicht überraschend, wenn Unternehmer und Beschäftigte zum gleichen Sachverhalt unterschiedliche Angaben machen. Die Unternehmer, die den Mindestlohn nicht zahlen, werden in einer Befragung natürlich nicht unbedingt die Wahrheit sagen, so dass wir zu niedrigen Zahlen kommen. Die Beschäftigten haben da gar keinen Grund, sie sind auch stolz, wenn sie Lohnerhöhung bekommen und werden das angeben. Die Zahlen der Hans-Böckler-Stiftung sind sicherlich zuverlässiger, kommen der Wahrheit viel näher, als die Zahlen des Statistischen Bundesamtes, die die Unternehmen befragen.“

Der Mindestlohn wird bei Minijobs umgangen, das zeigt auch ein Blick ins Reinigungsgewerbe. ...<<

>>Der flächendeckende Betrug hat möglicherweise auch mit mangelnder Kontrolle zu tun. Seit Einführung des Mindestlohns kontrolliert der Zoll nämlich erheblich weniger. Die Zahl der Kontrollen sank von 63.000 Überprüfungen 2014 auf 43.000 Überprüfungen im Jahr der Einführung des Mindestlohns, eine Abnahme um fast ein Drittel. Der Zoll sagt uns auf Anfrage, die Überprüfung des Mindestlohns sei zeitaufwendig, deshalb könne man insgesamt weniger prüfen.

Die Bundesregierung gibt auf unsere Anfrage immerhin zu, dass bei Minijobs ein erhöhtes Risiko von Rechtsverstößen bestehe. Insgesamt sei der Mindestlohn aber ein großer Erfolg.<<

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Brief Bundesregierung: bringt nichts, braucht keiner, kann man behalten • Erwin Denzler • Freitag, 17.02.2017 10:03

Re: Bundesregierung: bringt nichts, braucht keiner, kann man behalten • HelgaErna • Freitag, 17.02.2017 22:49

Re: Bundesregierung: bringt nichts, braucht keiner, kann man behalten • HotRod • Freitag, 17.02.2017 13:10

''outen um Mindestlohneinbußen zu ermöglichen'' - gibt es dann eine Sanktion, • Herr Z. • Freitag, 17.02.2017 16:44

Wurde die ´´Ausnahme-Regelung´´ also geschaffen, um Bürger zu vera.... ? • HotRod • Samstag, 18.02.2017 11:07

LOL! Überprüfe mal deinen Link ... • Metrobus • Samstag, 18.02.2017 11:22

ROFL, ist doch nicht mein Problem, wenn das nötige ´´Archiv´´ • HotRod • Samstag, 18.02.2017 16:09

Re: ROFL, ist doch nicht mein Problem, wenn das nötige ´´Archiv´´ • Theo • Sonntag, 19.02.2017 12:58

Er kann nicht anders. • Metrobus • Montag, 20.02.2017 09:27

Wo hast gerade du, eine Beleidigung in meinem Text gelesen? • HotRod • Sonntag, 19.02.2017 17:25

Butter bei die Fische
Theo • Sonntag, 19.02.2017 17:36

Es trifft dich nicht ... • Metrobus • Samstag, 18.02.2017 20:26

Die Nordseeküste ist übrigens zwei Autostunden .......... • HotRod • Sonntag, 19.02.2017 12:32

Re: Die Nordseeküste ist übrigens zwei Autostunden ..........
HotRod • Sonntag, 19.02.2017 12:39

Och doch noch einen Tacheles Link gefunden .........
HotRod • Sonntag, 19.02.2017 12:43

Re: Bundesregierung: bringt nichts, braucht keiner, kann man behalten • Nichtwichtig • Freitag, 17.02.2017 14:20

wie man dann unsere angebliche politische Elite übersetzt • HotRod • Samstag, 18.02.2017 11:04